Das Interesse am Thema "Wissensmanagement" wurde schon relativ früh während der Anfangszeit meines Studiums geweckt und hat sich im Laufe der Jahre und vor allem auch mit dem Beginn meiner Berufstätigkeit verstärkt. Es waren sehr ähnliche Beobachtungen, die mir die Wichtigkeit dieses Themas immer wieder vor Augen führten. Die wichtigste Ressource sowohl für das Studium als auch im Beruf war das Wissen und die Information, die vorzugsweise aus verschiedenen Quellen zusammengefasst etwas spannendes und neues entstehen lassen kann oder einfach nur das "was getan werden muss" entscheidend erleichtert.

Dies verbunden mit der Beobachtung, wie schwierig sich dieser Prozess, der ja in erster Linie auf Austausch und Reflexion (gemeinsam oder einsam) beruht, in vielen (wenn nicht den meisten) Fällen gestaltet, streicht die Wichtigkeit des Themas nur noch einmal heraus. Dieses Verständnis von Wissensmanagement als einem Austausch- und Reflexionsprozess zwischen Individuen und Gruppen weist auch schon darauf hin, dass im Zentrum der Überlegungen zu diesem Thema keine technischen Antworten oder Lösungen stehen können.

Das Interesse am Thema „Semantic Web” ist für mich relativ neu, auch wenn das Thema selbst mittlerweile schon der „Kinderstube” entwachsen zu sein scheint. Die mit dieser Idee verbundenen Möglichkeiten sind natürlich faszinierend, wobei diese Faszination auch immer mit einer Portion Argwohn verbunden ist. Beschäftigt man sich mit dem Thema „Semantic Web”, ist man sehr schnell beim Thema Wissen und Wissensmanagement und bei den Möglichkeiten die sich dadurch ergeben.

"Die zentrale Anforderung an die nächste Generation von Wissensmanagement-Systemen ist die Möglichkeit, Informationen geeignet zu kombinieren, um damit implizites Wissen ableiten und somit neues Wissen generieren zu können. Semantik kann diese Anforderungen erfüllen und bildet somit die Grundlage für eine neue Landschaft an Anwendungen, welche die Informationstechnologie in eine Wissenstechnologie transformiert."1

Es wird also darauf gesetzt, dass der Einsatz semantischer Technologien, neue Möglichkeiten im Wissensmanagement eröffnet. Gleichzeitig ist in der Wissensmanagementpraxis eine gewisse Skepsis gegenüber technischen Lösungen erkennbar. Diesem Widerspruch soll in dieser Arbeit nachgegangen werden. Die zentralen Fragen die sich stellen sind dabei:

  • Welche Relevanz haben Wissensmanagement und semantische Technologien für den Arbeitsalltag von Personen, die in wissensintensiven Bereichen tätig sind?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich durch den Einsatz von Wissensmanagement und semantischer Technologien?
  • Wie weit sind diese semantischen Technologien für den Einsatz schon praxistauglich?

Der theoretische Teil der Arbeit widmet sich zwei Fragen:

Hier werden die zentralen Aspekte und Eckpunkte der beiden Themen erörtert und eine Positionierung für die Arbeit vorgenommen. Für das Semantic Web werden zusätzlich Beispiele und Konzepte präsentiert, um den derzeitigen Stand der Entwicklung und die damit verbundenen Möglichkeiten zu illustrieren.

Den empirischen Teil der Arbeit bilden Gruppendiskussionen, denen mit Personen, die in wissensintensiven Bereichen tätig sind, die oben angeführten Fragen erörtert wurden, und deren Auswertung Schlüsse über den Zugang dieser Personen zu beiden Themen liefern soll.

Zum Abschluss folgt noch ein Rückblick, in dem zuerst kurz die Erkenntnisse, die sich aus dem theoretischen und empirischen Teil der Arbeit ergeben, zusammengefasst werden und ein Ausblick, in dem mögliche Anknüpfungspunkte aufgezeigt werden, wie die in dieser Arbeit aufgeworfenen Fragestellungen weitergeführt werden könnten.

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wurde in dieser Arbeit auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung, wie z.B. Teilnehmer/Innen, verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

  1. ^ Studer 2001, Stand 27.4.2008
Created by hel on 2009/05/12 15:47