Qualitative Sozialforschung

Ein Arbeitsbuch. (Przyborski 2008)

Erkenntnisinteresse, methodologische Positionierung, Forschungsfeld, Methode

Fragen am Beginn eines Forschungsprojekts:

  • Was will ich wissen?
    Formulierung des Erkenntnisinteresses und der Fragestellung
  • Welches methodologische Paradigma ist meiner Fragestellung angemessen und welche Konsequenzen folgen daraus?
    Methodologische Positionierung
  • Wo und von wem erfahre ich am ehesten etwas über das, was ich wissen will?
    Bestimmung es Forschungsfeldes
  • Welches sind die geeigneten Verfahren, um in einem bestimmten Forschungsfeld Daten zu erheben, die im Hinblick auf mein Erkenntnisinteresse besonders aussagekräftig sind?
    Wahl der Erhebungsverfarhen
  • Welche Art der Auswertung ist aufgrund der erhobenen Daten möglich und diesen Daten angemessen?
    Wahl der Auswertungsmethoden.
Methodologie und Standards qualitativer Sozialforschung

Theorie des alltäglichen Handelns und Erkennens -> Erkenntnistheorie -> Wissenschaftstheorie

Qualitative Methoden: zu ihrem Gegenstand per se rekonstuktiv. Sozialwissenschaftliche Konstruktion, Kategorien und Typenbildungen müssen an Konstruktion und Typenbildung des Alltags anschließen.

Interpretation des Handelns -> Konstruktion ersten Grades -> Wissenschaftliche Typen und Theorien -> Konstruktion zweiten Grades

Quantitative Methoden: eliminieren von Konstruktion und Interpretation der Erforschten ("objektiv" unverfälschter Zugang)

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Im Feld: Zugang, Beobachtung, Erhebung

Feldforschung ist umfassender Rahmen und Beobachtung grundlegende Methode und Technik qualitativer Forschung.

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Sampling

Auswahl der Untersuchungseinheiten für eine Untersuchung. In der quantitativen Forschung "repräsentative Samples" (Statistische Verteilung) -> in qualitativen Verfahren ausgeschlossen -> Erfassen der Strukturiertheit des Phänomens und das Spektrum seiner Auprägungen.

Samplingeinheit ist nicht immer gleich Beobachtungseinheit. Beobachtungseinheit soll aber das was an der Samplingeinheit von Interess ist adäquat erfassen.

Formen des Sampling in qualitativen Untersuchungen
  • Theoretical Sampling
    Sampel wird nach theoretischen Gesichtspunkten, die sich im Lauf der empirischen Analyse ergeben, zusammengestellt. Fallauswahl streng auf Theoriebildung bezogen.
  • Sampling nach bestimmten vorab festgelegten Kriterien
    Bei qualitativen Studien die an quantitative Studien anschließen. Sampling anhand der statistischen Ausgangswerte.
  • Snowball-Sampling
    Orientierung an Beziehungen, die im Feld vorhanden sind. Hilft relevante Personen im Feld ausfindig zu machen. Gefahr, in Netzwerkstrukturen verhaftet zu bleiben.

Samplingmethoden sind kombinierbar. Zahl der zu erhebenden Fälle ist von Gegenstandsbereich und Typ der Untersuchung abhängig. Wichtiger, "theoretische Sättigung". -> Die systematische Suche nach Kontrasten und ihnen zugrunde liegenden Bedingungen ist entscheidend. Das Sample sollte also groß genug sein, um entsprechend kontrastierende Fälle zu finden.

Auswertung

Vier Auswertungsverfahren:

  • Grounded Theory
  • Narrationsanalyse
  • Objektive Hermeneutik
  • Dokumentarische Methode

Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Verschiedene Pole eines Spektrums

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Generalisierung

-> Verallgemeinerung von Forschungsergebnissen -> Gernerierung von Theorie basierend auf Fallvergleichen und/oder auf der systematischen Verwendung von  Kontrasthorizonten.

Konzept des Idealtypus (Weber)-> Entwicklung einer Form und Methode der Verallgemeinerung

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Created by hel on 2009/09/30 09:19