Bei der Auseinandersetzung mit Konzepten zum Umgang mit Wissen in Organisationen wurde festgestellt, dass „Vertrauen” den bedeutendsten Faktor bei der Etablierung von Wissensmärkten darstellt. Im vorangegangenen Abschnitt wurde dem mittleren Managment die Aufgabe gegeben seinen Mitarbeitern ein Gefühl der Sicherheit zu geben. „Vertrauen” und „Sicherheit” sind keine Schlagwörter, die üblicherweise mit Managementprozessen in Verbindung gebracht werden. Sie zeigen, dass sich in einer wissensorientierten Organisation die Aufgaben des Managements ändern und ein anderer Zugang zur eigenen Funktion und vor allem zum Umgang mit den Mitarbeitern erforderlich ist.

Laut Wilke1 umfasst Management drei Komponenten:

  • "die Führung von Personen und
  • die Optimierung von weiteren relevanten Ressourcen, um
  • die Ziele von Organisationen zu erreichen."2

Wie Willke stellen Bukowitz und Williams3 fest, dass sich die Rolle des Managements in wissensorientierten Organisationen immer mehr vom klassisch hierarchischen Weisungsprinzip entfernt. Das Management ist nicht mehr „die Quelle des Wissens”, sondern managt die Wissensquellen des Unternehmens, nämlich die Mitarbeiter. Das heißt aber auch, dass das Management verstärkt auf das Umfeld achten muss und es wichtiger ist, die richtigen Fragen zu stellen, als die richtigen Antworten zu geben. „Das bedeutet auch, dass Entscheidungen nicht mehr zentral getroffen werden, sondern alle Mitarbeiter sich daran beteiligen können und müssen.”4

Zum Umfeld, auf das verstärkt geachtet wird, gehören Kunden und Mitarbeiter, und auch deren Rolle ändert sich. Wenn angestrebt wird, die Wissensbasis permanent zu erweitern, stellt sich nach außen, d.h. in Bezug auf den Kunden, die Frage, wie das Know-how und die Erfahrung des Kunden wieder in die Organisation zurückfließen kann. Nach innen stellt sich wiederum die Frage, wie schaffe ich einen Rahmen, in dem die Mitarbeiter ihr Wissen ohne Bedenken oder Angst dadurch an Wert zu verlieren, der Organisation zur Verfügung stellen? Man könnte sagen: „Mitarbeiter sehen wie Kunden und Kunden wie Mitarbeiter aus.”5

  1. ^ Willke 2007, S. 17ff
  2. ^ Willke 2007, S. 17
  3. ^ Bukowitz 2002, S. 422ff
  4. ^ Bukowitz 2002, S. 423
  5. ^ Bukowitz 2002, S. 423
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Created by hel on 2009/03/26 16:57